Bildungs- und Lerngeschichten

Unser Kita arbeitet nach dem von Margaret Carr in Neuseeland entwickelten Beobachtungsverfahren der Bildungs- und Lerngeschichten ("learning stories").

 

Was sind Bildungs- und Lerngeschichten?

"Lerngeschichten sind Forschungsberichte. Sie handeln davon, was Kinder tun, wofür sie sich vermutlich interessieren, was sie möglicherweise denken und fühlen, womit wir sie vielleicht unterstützen können." (aus: Das Lernen feiern - Lerngeschichten aus Neuseeland; Sibylle Haas; Verlag: das Netz; 2. Auflage 2013; S. 7).

 

Wie entstehen Bildungs- und Lerngeschichten?

Sie entstehen im Kindergartenalltag, vor allem im Freispiel, in dem das Kind seinen eigenen Interessen nachgehen kann und sein Lernen selbständig gestaltet. In diesem Moment setzt sich die pädagogische Fachkraft zum Kind, um das Lernen des Kindes zu beobachten und mithilfe des Fotoapparates zu dokumentieren. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei den 5 Lerndispositionen nach Margaret Carr und den Interessen des Kindes geschenkt. Anschließend trifft sich die pädagogische Fachkraft im Kleinteam, um das Lernen des Kindes zu analysieren und zu diskutieren. Nun schreibt die pädagogische Fachkraft eine Bildungs- und Lerngeschichte, einen persönlichen Brief an das Kind, in dem sein Lernen dokumentiert wird. Dieser Brief wird dann dem Kind im Freispiel vorgelesen. Gemeinsam wird dann mit dem Kind das Lernen diskutiert und mit ihm über weitere Schritte entschieden; Impulse, die die pädagogische Fachkraft geben kann, um das Kind beim Lernen zu unterstützen. Im jährlichen Entwicklungsgespräch analysieren und diskutieren wir dann zusammen mit den Eltern das Lernen des Kindes auch auf Grundlage der Bildungs- und Lerngeschichten.

 

Was sind die  5 Lerndispositionen nach Margaret Carr?

Die 5 Lerndispositionen zeigen sich vor allem im Freispiel und sind:

  • Interesse haben
  • engagiert sein
  • Schwierigkeiten, Herausforderungen und Unsicherheiten standhalten
  • sich mitteilen (eine Sichtweise oder ein Gefühl)
  • Verantwortung übernehmen, an einer Lerngemeinschaft teilhaben

Diese Lerndispositionen sind eng miteinander verwoben und bilden zusammen die Grundlage für jedes weitere Lernen, auch in der Schule.

 

Was bedeutet die Arbeit mit Bildungs- und Lerngeschichten für unseren pädagogischen Alltag?

Die Bildungs- und Lerngeschichten sind ein sehr intensives Beobachtungsverfahren. Sie verlangen ein intensives Auseinandersetzen mit dem Lernen Ihres Kindes, einen intensiven Austausch im Team und eine intensivere und individuellere Arbeit mit Ihrem Kind. Vorraussetzung hierfür ist vor allem dem Kind viel Zeit im Freispiel zu schenken.

Unsere positiven Erfahrungen mit den Bildungs- und Lerngeschichten bestärken uns in unserer Arbeit mit diesem Verfahren und ermuntern uns, dieses unserem pädagogischen Alltag immer wieder neu anzupassen.