Der Osterleuchter in der Emmauskirche von Karl Ulrich Nuss

 

Ein besonderes Juwel in unserer Emmauskirche ist der Osterleuchter von Karl Ulrich Nuss.

Diese Plastik des namhaften Künstlers ist Meditationsbild und Ostererinnerung zugleich. Dargestellt ist der Auferstandene. Er hat die Hände ausgebreitet zum Segen. Er sagt Frieden zu.

Für jeden Betrachter ist dieser Leuchter eine Einladung, in den Raum des Friedens einzutreten, seine Angst und quälenden Sorgen abzulegen und sich getragen zu wissen von Gott, der Quelle alles Guten.

Die Herzen dürfen zur Ruhe kommen, die Seelen sich neu erheben, das Lied der Freude erklingt wieder, manchmal nach langen Zeiten des Verstummens. Wo es sich ereignet, ereignet sich Ostern – hier und heute, ereignet sich der Sieg der Liebe über alle Gestalten des Hasses, ereignet sich Erfüllung inmitten der Abbrüche der Zeit. Solche entscheidenden Erhöhungen, solche tragenden Erweckungen geschehen in der Tiefe der Herzen, die sich Gott anzuvertrauen wagen, und sie geschehen mitten im Umgang der Menschen miteinander. Der Liedermacher Detlev Jöcker hat es so ausgedrückt: „Wo einer dem andern neu vertraut und mit ihm eine Brücke baut, um Hass und Feindschaft zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden. Wo einer im Dunkeln nicht verstummt, sondern das Lied der Hoffnung summt, um Totenstille zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden. Wo einer das Unrecht beim Namen nennt, und sich zu seiner Schuld bekennt, um das Vergessen zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden

Wo einer gegen die Strömung schwimmt und fremde Lasten auf sich nimmt, um Not und Leiden zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden. Entdecken Sie solche Spuren in Ihrem Leben, erinnern Sie sich an die Aufbruchsstunden Ihrer Hoffnung und schöpfen Sie neu Kraft im Glauben an Gott, die ewige Liebe. Gott selbst hat seine Osterspur gelegt. Er hat mit dem Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi eine Spur in diese Welt gelegt, die uns stetig daran erinnert, dass es nur eine Wahrheit gibt, die Wahrheit der Liebe, die sich vergebend und versöhnend an diese Welt mit all ihrer Schuld und all ihrem Leid verströmt und so Heil schafft – mitten im Alltag, hier und jetzt beginnend, um einmal im Jenseits der Zeit vollendet uns zu erfüllen, das Heil in der Teilhabe an Gottes ewiger Liebe.

Gerahmt wird der Auferstandene von den täglichen Segensgaben von Brot und Wein, dargestellt in den Schöpfungsgaben von Korn und Traube, die darauf warten verwandelt zu werden. Und über dem Auferstandenen leuchtet eine Kerze. Ihr Licht symbolisiert Gottes ewiges Licht und den, der erfüllt von Gott, lehrt:

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Es erstrahlt überall dort, wo der Frieden seiner segnenden Hände uns zum Trost und Heil wird.

 

Pfarrer Dr. Dieter Koch